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Delcredere - Philippinen: Robuste Wirtschaft mit schwankenden Exporten
- Exporte von Elektronikprodukten 2011 stark zurückgegangen
- Hohe Verbrauchernachfrage und geringe Inflation treiben Wachstum
- Politische Stabilität unter Präsident Aquino ermöglicht notwendige Reformen
Zyklische Schwankungen der Exporte, aber solide Konjunktur
Seit der Weltwirtschaftskrise 2009 unterliegt die philippinische Wirtschaft starken Schwankungen, was sich insbesondere in den Exporten widerspiegelt. 2011 schwächte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 7,6 Prozent im Vorjahr auf 3,7 Prozent ab. Grund dafür war vor allem der Rückgang der Exporte von Elektronikprodukten, die mit Abstand die Hauptexportgüter der Philippinen sind. Obwohl der Exportsektor unter der eingetrübten Weltkonjunktur leidet, sorgen eine kräftige Verbrauchernachfrage, gestützt durch Überweisungen von im Ausland lebenden Philippinen, sowie eine relativ geringe Inflation für wirtschaftliche Stabilität. "Insgesamt präsentiert sich die Wirtschaft der Philippinen in einer guten Verfassung", sagt Christoph Witte, Deutschland-Direktor des Kreditversicherers Delcredere. Ein Rekordniveau an Devisenreserven sorgt zudem für ein komfortables Polster gegen externe Schocks wie Kapitalabflüsse oder eine plötzliche Abwertung der Währung Peso. Mittelfristig rechnen Experten mit einem durchschnittlichen jährlichen BIP-Wachstum von 4,5 bis 5 Prozent. "Angesichts der wenig diversifizierten Exporte stehen die Philippinen jedoch langfristig vor der Herausforderung, weitere zukunftsträchtige Branchen wie Tourismus, Agrobusiness und IT-Dienstleistungen auszubauen", so Christoph Witte. Für das wirtschaftliche Risiko für Geschäfte mit den Philippinen vergibt Delcredere aktuell die mittlere von drei Risikoklassen (Länderkategorie B).
Politische Stabilität stärkt Vertrauen der Investoren
Die poolitische Stabilität der Philippinen trägt zur relativ soliden wirtschaftlichen Lage des Landes bei. Nach nunmehr zwei Jahren im Amt genießt Präsident Aquino noch immer eine sehr hohe Popularität und kann sich auf ein robustes Mandat stützen, um seine beiden wichtigsten Ziele zu verfolgen: die Bekämpfung der Armut und der ausgeprägten Korruption. Impulse gehen auch von der erfolgreichen Wirtschaftspolitik der Regierung aus. So sorgt etwa ein ehrgeiziges Infrastrukturprogramm für den Ausbau von Straßen, des Eisenbahnnetzes und der Flughäfen dafür, dass mittel- bis langfristig mehr Wachstum generiert wird. Im Vergleich zu anderen Ländern haben die Philippinen aufgrund der bislang geringen öffentlichen Investitionen und dem Misstrauen privater Investoren gegenüber der korrupten Verwaltung einen hohen Nachholbedarf. "Von den Reformen der Regierung Aquino geht ein frischer Wind aus, der das Vertrauen der Investoren in die Philippinen erhöht", sagt Christoph Witte. Das Haushaltsdefizit konnte weiter reduziert werden - 2010 lag es bei 4 Prozent im Verhältnis zum BIP. Das kurzfristige politische Risiko stuft Delcredere derzeit als sehr gering ein (Länderkategorie 1).
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