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Delcredere - Polen und Ukraine: Ungleiche Gastgeber fürs Fußball-Fest
- Polen: Politische Stabilität, robuste Wirtschaft
- Ukraine: Schwache ökonomische Kennzahlen, politische Unsicherheiten
Die beiden Gastgeberländer der Fußballeuropameisterschaft 2012, Polen und die Ukraine, könnten unterschiedlicher kaum sein: Einerseits Polen, ein Land, in dem die Wirtschaft auf einer stabilen Grundlage nachhaltig wächst und das sich wirtschaftlich, aber auch politisch in die Mitte Europas orientiert - andererseits die Ukraine, die in der letzten Zeit überwiegend für negative Schlagzeilen sorgte, mit schwachen wirtschaftlichen Zahlen, politisch fragwürdigen Vorgängen und einer Orientierung Richtung Moskau.
Polen: Wachstum und Verlässlichkeit
In Polen wuchs die Wirtschaft seit dem EU-Beitritt 2004 kräftig, auch in der Krise: 2009 war Polen das einzige EU-Mitglied, das eine Rezession vermeiden konnte. Gründe dafür sind unter anderem gesunde Bilanzen der Unternehmen und Haushalte, sowie ein starkes Bankensystem. Daneben sorgte eine verlässliche und vorausschauende Wirtschaftspolitik für Stabilität. In den Wahlen vom vergangenen Oktober wurde Donald Tusk und seine Koalition der Mitte bestätigt - die Wiederwahl des Ministerpräsidenten war ein Novum in der jüngeren polnischen Geschichte. So wuchsen in den vergangenen Jahren die Exporte, gerade im Schlepptau der robusten deutschen Wirtschaft, stetig. Dank der Konsumausgaben der Polen konnte auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kräftig wachsen, 2011 etwa um 4,3%. "Dennoch ist natürlich auch Polen nicht immun gegen die Krise", sagt Christoph Witte, Deutschland-Direktor des Kreditversicherers Delcredere. "Zuletzt haben sich die ökonomischen Indikatoren etwas verschlechtert, insbesondere die industrielle Produktion verlangsamte sich." Konjunkturelle Sondereffekte aufgrund der Fußball-EM, insbesondere im Bausektor, werden künftig ebenfalls wegfallen. Dennoch dürfte die Wachstumsrate mit prognostizierten 2,7% im Jahr 2012 weiterhin besser sein als im Rest Europas. Die inländische Nachfrage bleibt der wichtigste Wachstumsmotor. Das Risiko für Geschäfte mit Polen stuft Delcredere daher aktuell als gering (Länderkategorie A) ein, ebenso wie das kurzfristige politische Risiko (Länderkategorie 1).
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